Richard Eibel

Holzarbeiter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1902    † 1944

 

Lebenslauf

Richard Eibel wurde am 8.7.1902 in Ödenburg geboren. Er war Holzarbeiter. Richard Eibel war Mitglied der sozialdemokratischen Partei Österreich und der Gewerkschaft der Holzarbeiter.

"Rote Hilfe", Verteilung illegaler KPÖ-Flugschriften

1934 trat Richard Eibel der KPÖ bei. Er spendete für die "Rote Hilfe" und beteiligte sich an der Errichtung einer Druck- und Verteilerstelle für illegale KPÖ-Flugschriften in Wien-Brigittenau.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 10. 2. 1943 wurde Richard Eibel verhaftet, und am 7. 3. 1944 gemeinsam mit Rudolf Bures, Karl Hofer, Josef Hoffmann, F. Eibel, Karl Kaluzik und Emmerich Zach (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 21.11.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„An kommunistischen Schriften erhielt der Angeklagte die »Rote Fahne«, »Weg und Ziel« und den »Pionier« und zwar etwa viermal von [Franz] Malik und einmal von Dworžak. (…) Im Winter 1941/42 sprach Malik mit den Brüdern Richard und Franz Eibel über den Plan, Streuzettel anzufertigen und zu verbreiten. Es wurde zu diesem Zweck ­fogender Entwurf vorgelegt: ’Ostmärkische Soldaten! Hitler kämpft bis zum letzten Ostmärker. Daher Schluss mit dem Krieg! Arbeiter und Bauern! Für wen schuftet Ihr? Für Hitler, Göring, Goebbels und Konsorten. Euch versprach man Friede, Freiheit, Brot!‘ Zur Herstellung dieser Streuzettel kam es jedoch nicht, weil der erforderliche Druckkasten nicht beschafft werden konnte.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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